Ein kurzer Moment reicht: ein Ausrutscher, ein Sturz beim Sport oder im Alltag – und
plötzlich ist klar, dass mit dem Handgelenk etwas nicht stimmt.
Eine distale Radiusfraktur ist ein Bruch der Speiche nahe am Handgelenk und gehört zu den häufigsten Knochenverletzungen überhaupt.
Für viele Betroffene ist das erst einmal verunsichernd. Die gute Nachricht:
Mit einer klaren medizinischen Abklärung und einer passenden physiotherapeutischen Begleitung sind die Heilungsaussichten meist gut.
Wie entsteht eine distale Radiusfraktur?
Am häufigsten passiert der Bruch bei einem Sturz auf die ausgestreckte Hand. Das ist ein ganz natürlicher Schutzreflex – leider bekommt dabei das Handgelenk die volle Kraft ab.
Typische Situationen sind:
- Stürze im Alltag, besonders bei älteren Menschen, oft in Kombination mit
Osteoporose - Sportliche Unfälle bei jüngeren Menschen, z. B. beim Snowboarden, Skifahren oder Mountainbiken
Seltener entsteht die Fraktur bei einem Sturz auf das gebeugte Handgelenk.
Welche Symptome treten typischerweise auf?
Die Beschwerden zeigen sich meist sofort nach dem Unfall. Häufig berichten Patient:innen über:
- deutliche Schmerzen im Handgelenk
- Schwellung und Blutergüsse
- eine stark eingeschränkte Belastbarkeit der Hand
- Schmerzen bei Bewegung oder bereits in Ruhe
Vor der ärztlichen Versorgung können zusätzlich auftreten:
- sichtbare Fehlstellungen
- ein reibendes oder knirschendes Gefühl
- Gefühlsstörungen in der Hand oder später im Bereich einer Operationsnarbe
Wenn Du den Verdacht hast, dass etwas „nicht stimmt“, gilt: Hand ruhigstellen, nicht weiter belasten und ärztlich abklären lassen.
Ärztliche Abklärung – die Grundlage für alles Weitere
Eine distale Radiusfraktur muss immer ärztlich untersucht werden, in der Regel per
Röntgen, manchmal ergänzend per CT. Je nach Bruchform erfolgt die Behandlung:
- konservativ mit Gips oder Schiene
- oder operativ, z. B. mit einer Platte
Für die Physiotherapie ist entscheidend:
Wie stabil ist der Bruch aktuell?
- Welche Bewegungen sind erlaubt – und welche noch nicht?
- Ab wann darf die Belastung gesteigert werden?
Wir orientieren uns dabei am Nachbehandlungsschema des Operateurs. Veränderungen im Heilungsverlauf – etwa zunehmende Schmerzen, ungewöhnliche
Bewegungseinschränkungen oder Gefühlsstörungen – besprechen wir frühzeitig mit dem behandelnden Arzt.
Physiotherapie nach distaler Radiusfraktur – sinnvoll aufgebaut
Die physiotherapeutische Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Heilungsphase, der Schwere der Erstverletzung, der erfolgten Therapie (konservativ/operativ) und den ärztlichen Vorgaben. Empfehlungen orientieren sich u. a. an der DGOU.
In den ersten Tagen bis etwa 2 Wochen
- Abschwellende Maßnahmen (z. B. Hochlagerung, Lymphdrainage, Kälte)
- Schulung einer entlastenden Haltung
- Bewegungen von Schulter, Ellenbogen und Fingern, aktiv und passiv
Ab der 2. Woche
- Assistive und aktive Bewegungen des Handgelenks (Beugen & Strecken)
- Aktive Drehbewegungen des Unterarms (Pro- und Supination)
- Erste statische Muskelarbeit
Ab etwa der 4. Woche
- Gezielter Aufbau von Kraft und Belastbarkeit
- Verbesserung von Stabilität und Koordination
- Vorbereitung auf Alltag, Beruf und – wenn relevant – Sport
Unser Ziel ist nicht nur mehr Beweglichkeit, sondern dass Du Deiner Hand wieder
vertrauen kannst.
Wie ist die Prognose?
In vielen Fällen heilt eine distale Radiusfraktur gut bis sehr gut aus. Einfachere Frakturen erreichen häufig nahezu die volle Funktion.
Komplexere Brüche haben ein höheres Risiko für:
◦ verzögerte Knochenheilung
◦ Fehlverheilungen
◦ anhaltende Bewegungseinschränkungen
Durch eine individuell angepasste Physiotherapie lassen sich diese Risiken jedoch
deutlich reduzieren.
Unser Fazit
Eine distale Radiusfraktur ist schmerzhaft und schränkt den Alltag zunächst stark ein. Mit einer klaren ärztlichen Führung, Geduld und einer gut abgestimmten
physiotherapeutischen Begleitung lässt sich die Funktion des Handgelenks jedoch in den meisten Fällen sehr gut wiederherstellen.
Wir begleiten Dich dabei Schritt für Schritt – strukturiert, individuell und mit dem Blick auf
das, was Du im Alltag wirklich brauchst.






